Ökumene

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten

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2019 wurde die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) nach einem längeren Prozess Gastmitglied bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern.

Bild: Seventh Day Adventist Church

Im Sommer 2019 entschieden die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern (ACK), die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Gastmitglied in die ACK aufzunehmen.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten entstand aus der sogenannten Miller-Bewegung, einer Advent-Bewegung. Die Mitglieder von Advent-Bewegungen rechnen mit der baldigen Wiederkunft Jesu. Weil sie den siebenten Tag nach der biblischen Zählung, also den Sabbat heiligt und nicht am Sonntag den Ruhetag hält, trägt sie den Namen Siebenten-Tags-Adventisten (STA).

In vielen Fragen entspricht die Lehre der STA den Glaubensüberzeugungen anderer von der Reformation geprägter Freikirchen. Dazu gehören die Orientierung an der Heiligen Schrift, die Dreieinigkeit, die Rechtfertigung des Sünders allein aus Glauben. In der Tauflehre wird die baptistische Position vertreten: Taufe von Mündigen durch Untertauchen. Mit einigen Freikirchen gemeinsam wird die Wiederkunft Jesu Christi betont wie auch die Vorstellung eines endzeitlichen Kampfes zwischen Gott und Satan.

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Es gibt aber auch Sonderlehren und Besonderheiten. Dazu gehört die Heiligung des Sabbat als Ruhe- und Feiertag und die Ablehnung der Sonntagsfeier. Adventisten verstanden sich ursprünglich als die „Gemeinde der Übrigen,, (nach Offb 12, 17). Heute ist dieser Exklusivitätsanspruch deutlich zurückgenommen.

Ausgehend von der enttäuschten Hoffnung der Wiederkunft Jesu im Jahr 1844 wurde eine Überzeugung entwickelt, die den Zeitpunkt 1844 neu interpretierte - Jesus irdische Wiederkunft sei eine fälschliche Annahme gewesen, dahingegen habe Jesus Christus zu diesem Zeitpunkt das „Allerheiligste des Himmels" betreten, um dort seinen Dienst als Hohepriester zu verrichten. Damit habe ein neuer Abschnitt in Gottes Heilsplan begonnen. (sog. Heiligtumslehre)- Im praktischen Leben der Gemeinde spielt diese Lehre heute aber kaum noch eine Rolle.

Ellen Gould White kommt als Mitbegründerin, aber vor allem als Prophetin mit dem „Geist der Weissagung" (Offb. 19, 1 O) eine bedeutende Rolle in der Geschichte der STA zu. Sie verwies stets darauf, dass ihre Botschaften weder der Bibel gleichrangig seien noch über ihr stünden, dieser auch nichts Neues hinzufügten.

Adventisten legen Wert auf eine gesunde Lebensweise. Dazu gehören auch der Verzicht auf Alkohol, Tabak und andere Rauschmittel. Denn der menschliche Körper ist das Haus Gottes - und Gott ist auch am körperlichen Wohlergehen des Menschen interessiert.

Soziales Engagement ist unabdingbar, weil die Wiederkunft Christi in diese Welt erwartet wird. Weltweit betreiben die STA zahlreiche Krankenhäuser und, Bildungseinrichtungen. Die adventistische Katastrophenhilfe und der adventistische Entwicklungsdienst sind Ausdruck der Weltverantwortung. Adventisten setzen sich für Gewissens- und Religionsfreiheit und die Trennung von Staat und Kirche ein. Das missionarische Selbstverständnis kam von Anfang an in der Verbreitung der christlich- adventistischen Botschaft in Büchern und Radiosendungen zum Ausdruck. Die STA betreiben weltweit zahlreiche Medienzentren.


28.07.2020 / Maria Stettner