Demonstrantin auf dem Minsker Unabhängigkeitsplatz

Eine der Demonstrant*innen, die 24-jährige Anna, steht in der Nähe der Militärabsperrung und trägt das Hochzeitskleid ihrer Mutter als Symbol des Friedens.

Bild: © Violetta Savchits

Ökumene und Sozialarbeit

Bedrängte und Verfolgte

Ob in Syrien oder in Indien, in Nigeria oder Belarus - die Zahl der weltweit verfolgten Glaubensgeschwister ist in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen. Die Kirchen nehmen Anteil am Leid.

In vielen Ländern der Welt gibt es verfolgte Christen und Christinnen, die bedrängt und in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt werden. Seit 2010 ruft die EKD am Passionssonntag Reminiszere Kirchen und Gemeinden dazu auf, für verfolgte Glaubensgeschwister zu beten und sich auch auf andere Weise für sie einzusetzen. Der Sonntag Reminiszere verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: „Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit“. Im Jahr 2022 wird Reminiszere am 13. März gefeiert, Belarus steht im Fokus.

Im Fokus 2022: Belarus

Seit der gefälschten Präsidentschaftswahl in Belarus 2020 ist die Lage dort angespannt. Massenproteste in Belarus waren die Folge. Viele Menschen wünschen Belarus Demokratie und Freiheit und werden deshalb immer stärker von der Regierung unterdrückt und verfolgt. Hunderte Menschen sind unschuldig in Haft.

Und dennoch seien die Menschen in Belarus frei von Angst, so die Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber. Das zeigten die jungen und alten Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten, die Freiheit und Demokratie einforderten und in den Massendemonstrationen friedlich und kreativ ihren Protest ausdrückten: "Sie haben ihre  Angst  überwunden, und damit zugleich ihr Kleingemachtwerden. Sie, die Verachteten, haben sich Ansehen verschafft – wir können auch sagen:  Weil Gott sie angesehen hat, weil Gott ihre Angst und ihr Leid wahrnimmt und teilt, werden Menschen stark und solidarisch und liebevoll ihrem Nachbarn, ihrer Nächsten gegenüber, stehen sie füreinander ein und miteinander auf.“

Botte-Huber: „Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten!“ – so mögen viele gebetet haben und noch immer beten – die auf den Polizeistationen und in den Gefängnissen; die, die zuhause um sie bangen; die, die ins Exil gezwungen werden. Wir wollen mit ihnen und für sie beten und Gott anrufen um seine Gerechtigkeit, dass er sie beschütze auf dem Weg in die Freiheit."

Deshalb bitte sie die Kirchen und Gemeinden in Deutschland, am Sonntag Reminiszere, dem 13. März 2022, in den Gottesdiensten an die Menschen in Belarus und außerhalb ihres Landes zu denken und für sie und mit ihnen zu beten.

04.10.2021
EKD/ELKB

Literaturtipp

Cover des Buches Evangelische Kirche in Deutschland (EKD): Fürbitte für Bedrängte  und Verfolgte Sonntag Reminiszere, 13. März 2022 Im Fokus: Belarus

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Fürbitte für Bedrängte und Verfolgte Sonntag Reminiszere, 13. März 2022 Im Fokus: Belarus

Die Publikation bietet Hintergrundinformationen zur Geschichte und zur Lage in Belarus und stellt unter anderem belarussisch-deutsche Partnerschaftsprojekte vor, die Grenzen überwinden wollen. Zudem weist sie auf die schwierige Situation der Christinnen und Christen und auf die Geschichte und Gegenwart der Juden in dem Land hin. Weitere Beiträge weisen auf unterstützenswerte Projekte hin, die Belarus Hilfe bieten sollen, und geben Anregungen für Bekundungen der Solidarität mit Belarus. Ergänzt wird all das durch ausdrucksstarke Fotos und Kunstwerke belarussischer Künstler*innen sowie Texte und liturgisches Material zur Gottesdienstgestaltung oder für die Arbeit in Gemeindegruppen und anderen Veranstaltungen.