Frau in Äthiopien

Die Evangelische Kirche in Deutschland ruft zum Gebet für Bedrängte und Verfolgte in Äthiopien auf.

Bild: Welt/Krackhardt

Ökumene und Sozialarbeit

Bedrängte und Verfolgte

Ob in Syrien oder in Indien, in Nigeria oder Äthiopien - die Zahl der weltweit verfolgten Glaubensgeschwister ist in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen. Die Kirchen nehmen Anteil am Leid.

In vielen Ländern der Welt gibt es verfolgte Christen und Christinnen, die bedrängt und in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt werden. Seit 2010 ruft die EKD am Passionssonntag Reminiszere Kirchen und Gemeinden dazu auf, für verfolgte Glaubensgeschwister zu beten und sich auch auf andere Weise für sie einzusetzen. Der Sonntag Reminiszere verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: „Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit“. Im Jahr 2023 wird Reminiszere am 5. März gefeiert, Äthiopien steht im Fokus.

Im Fokus 2023: Äthiopien

Seit November 2020 herrscht Krieg in der Region Tigray im Norden Äthiopiens. 2,5 Millionen Menschen sind aus diesem Landesteil geflohen. Hilfslieferungen erreichen die Region nicht mehr; die Menschen dort hungern; wichtige Kirchen und Klöster, die in Äthiopien eng mit dem Leben der Menschen verbunden sind, werden zerstört und ausgeraubt. 

Zu diesem und ähnlichen immer wieder aufflammenden Konflikten im Land kommt derzeit die schwerste Hungerkatastrophe seit Jahrzehnten hinzu. 18 Millionen Menschen sind vom Hunger bedroht. Die durch den Ukrainekrieg ausbleibenden Weizenlieferungen verschärfen die Situation weiter. 

Die Ursachen für die nicht endenden Konflikte und Kämpfe sind hochkomplex und von außen oft nur schwer zu durchschauen, so die Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber. "Aber dass es zu einer humanitären Katastrophe gekommen ist, ist ein Skandal! Und wie bitter: Auf allen Seiten der Kämpfe sind eben auch Christen beteiligt."

Das Leben am Horn von Afrika sei insgesamt gefährdet, so Bosse Huber. Die Region ist von der schlimmsten Dürrekatastrophe seit Jahrzehnten betroffen; mehr als 18 Millionen Menschen sind nach Angaben des UNHCR von akutem Hunger bedroht. Das Angewiesensein auf Weizen aus der Ukraine hat mit dem Angriffskrieg Russlands die Not schließlich noch weiter potenziert.

Deshalb bitte sie die Kirchen und Gemeinden in Deutschland, am Sonntag Reminiszere, dem 5. März 2023, in den Gottesdiensten an die Menschen in Belarus und außerhalb ihres Landes zu denken und für sie und mit ihnen zu beten.

08.12.2022
EKD/ELKB

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Literaturtipp

Cover des Buches Evangelische Kirche in Deutschland (EKD): Fürbitte für Bedrängte  und Verfolgte Sonntag Reminiszere, 5. März 2023 Im Fokus: Äthiopien

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Fürbitte für Bedrängte und Verfolgte Sonntag Reminiszere, 5. März 2023 Im Fokus: Äthiopien

Diese Publikation gibt Hintergrundinformationen zur Geschichte und zur reichen religiösen Tradition des Landes. Sie informiert über die politische Situation und den Krieg im Norden und beschreibt die Folgen der schwersten Dürre seit Jahrzehnten. Ergänzt wird dieser Überblick durch Hinweise auf unterstützenswerte Projekte und Anregungen zur Gottesdienstgestaltung.