Ökumene und Sozialarbeit

Bedrängte und verfolgte Christen

Dorfversammlung - Bild in der Publikation „Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen: Reminiszere 2021, Indien“

Dorfversammlung im Rahmen des Dalit-Empowerment-Programms der Diözese Amritsar, Kirche von Nordindien

Bild: Johny Thonipara

Ob in Syrien oder in Indien, in Nigeria oder Nordkorea - die Zahl der weltweit verfolgten Christen ist in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen. Die Kirchen nehmen Anteil am Leid.

Am zweiten Sonntag in der Passionszeit, Reminiscere, erinnert die Evangelische Kirche an die Christinnen und Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Ein Großteil aller wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen bekennt sich zum christlichen Glauben. Das christliche Hilfswerk Open Doors schätzt, dass weltweit etwa 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und diskriminiert werden.

Seit dem Jahr 2010 ruft die EKD am Sonntag Reminiszere Kirchen und Gemeinden auf, in Gottesdiensten und Gebeten in besonderer Weise auf die Leidenserfahrungen von Christen in anderen Ländern aufmerksam zu machen und Anteil zu nehmen. Der Sonntag Reminiszere verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: „Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit“.

Im Fokus 2021: Indien

Mit 1,3 Milliarden Einwohnern ist Indien die größte Demokratie der Welt und Religionsfreiheit ist in der Verfassung verankert. Etwa 2,3 Prozent der Gesamtbevölkerung gehören einer christlichen Kirche an. "Radikale Gruppen,  die Indien als für Hindus reserviert betrachten, gehen mit Verleumdungen und Gewalt gegen Christen und Muslime vor; Anti-Konversionsgesetze in einigen Bundesstaaten behindern das Recht, die Religion frei und ohne Benachteiligung zu wechseln, wovon Christinnen und Christen in besonderer Weise betroffen sind", so die Leiterin der Hauptabteilung Ökumene und Auslandsarbeit der EKD, Bischöfin Petra Bosse-Huber.

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Bosse-Huber: "Dass die Menschenrechtsorganisation Amnesty International im September das Land verlassen musste, nachdem eine Regierungsbehörde ihr Bankkonto eingefroren hat und damit ihre Arbeit unmöglich macht, ist in höchstem Maße alarmierend. Und der soeben mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrte indische Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen stellt in seiner Dankesrede fest: „Die Menschenrechte des Einzelnen wurden in Indien auf ganz unterschiedliche, vielfältige Art eingeschränkt. Organisationen – nationale wie internationale –, die hart für die Rechte des Einzelnen kämpfen, sind zunehmend unter Druck geraten.“

Deshalb bitte sie die Kirchen und Gemeinden in Deutschland, am Sonntag Reminiszere, dem 28. Februar 2021, in den Gottesdiensten an die Menschen in Indien und außerhalb ihres Landes zu denken und für sie und mit ihnen zu beten: "Angesichts dieser Entwicklungen ist es umso notwendiger, den Kirchen in Indien in ihrem vielfältigen und mutigen Zeugnis für Nächstenliebe und Frieden in einer multikulturellen Gesellschaft beizustehen."

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Cover des Buches Evangelische Kirche in Deutschland (EKD): Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen. Sonntag Reminiszere, 28. Februar 2021

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Fürbitte für bedrängte und verfolgte Christen. Sonntag Reminiszere, 28. Februar 2021

Im Fokus: Indien


14.01.2021 / EKD/ELKB