Gerechte Welt

Diasporaarbeit

Portal der Lutherischen Kirche von Mezőberény

Spuren der Deutschen Sprache am Portal der Lutherischen Kirche von Mezőberény (deutsch Maisbrünn) in der Großen Ungarischen Tiefebene.

Bild: Raphael Quandt

„Diaspora“ ist Altgriechisch und bedeutet „Zerstreuung“ oder „Verstreutheit“. Das beschreibt gut die Situation von evangelischen Gemeinden in vielen Ländern auf der Welt.

Diasporagemeinden leben in einem Umfeld, welches durch andere Kirchen oder Religionen – oder durch Säkularismus – geprägt ist. Manchmal sind etwa 3 Prozent der Gesamtbevölkerung lutherisch – wie etwa in Ungarn –, manchmal nur 0,3 Prozent – wie in Slowenien. Das macht die Diasporakirchen zu etwas ganz Besonderem: Sie sind einerseits Trägerinnen und Bewahrerinnen von evangelischer Tradition, andererseits sind sie oft Brücken zwischen Kirchen und Religionen. Sie sind Orte der Verständigung und oft überdurchschnittlich stark ökumenisch engagiert.

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Die Ursprünge der Diasporakirchen sind dabei ganz unterschiedlich: Mal handelt es sich um das Ergebnis von missionarischen Aktivitäten großer Kirchen, mal entstanden sie mit evangelischen Siedlern, mal durch Auswanderungswellen, mal durch frühe reisende Reformatoren, welche die neue Lehre „im Gepäck“ hatten.

Die Zusammenarbeit mit den weltweiten Diasporakirchen geschieht in der bayerischen Landeskirche in vielfältiger Weise: Mission EineWelt vernetzt die ELKB mit den Partnern in Übersee, im Ökumenereferat in "Abteilung C" im Landeskirchenamt werden europäische Partner und Kontakte in Nahost begleitet. Die selbständigen Diasporawerke Martin-Luther-Verein  und Gustav-Adolf-Werk Bayern sind über eine gemeinsame Geschäftsstelle in Neuendettelsau zur „Arbeitsgemeinschaft der Diasporadienste (AGDD)“ organisiert und unterstützen Diasporakirchen weltweit in ihrer Arbeit.

 


28.07.2020 / Raphael Quandt