Migration

Die Gesellschaft in Deutschland ist eine Einwanderungsgesellschaft.

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Gerechte Welt

Migration

Gemeinsam mit anderen Konfessionen, Glaubensgemeinschaften, Wohlfahrtsverbänden und Organisationen bringt sich die bayerische Landeskirche auf vielfältige Weise in die Migrationsdebatte ein.

Migration ist eine Realität, die in den vergangenen Jahren viel und kontrovers diskutiert wird. Verstärkt wurden die aktuellen Auseinandersetzungen durch die Migrationsbewegungen seit Sommer 2015. Das Phänomen Migration ist jedoch auch in der Region des heutigen Deutschland viel älter: innereuropäische Wanderungen nach den beiden Weltkriegen oder Geflüchtete aus den Gebieten Ex-Jugoslawiens sind vielen noch in Erinnerung. Je enger die Welt durch Globalisierung, wirtschaftliche Verflechtungen und mediale Vernetzung zusammenwächst, desto näher rücken die Herausforderungen durch die weltweiten Migrationsbewegungen ins Bewusstsein.

Aufbruch, Auswanderung, Migration, Flucht und Fremde sind nicht vorübergehende Phänomene unserer Zeit, sondern sind und bleiben Grundgegebenheiten des Lebens in dieser Welt.

Gemeinsames Wort der Kirchen zu Migration und Flucht, 1997

Es geht nicht nur um Asylsuchende, um Kriegsflüchtlinge, um Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Kinder, sondern genauso auch um temporär durch internationale Konzerne oder zu Studienzwecken Zugewanderte, um Junge und Alte, Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen, und das alles in einer Region, in der sich seit Jahrtausenden die Völker begegnen, mischen, und miteinander verschmelzen.

Es steht außer Frage: die Gesellschaft in Deutschland ist eine Einwanderungsgesellschaft. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) bringt sich als Teil dieser Gesellschaft gemeinsam mit anderen Konfessionen, Glaubensgemeinschaften, Wohlfahrtsverbänden und nichtreligiösen Organisationen in die Migrationsdebatte ein.

Die Vielfalt des Engagements der ELKB und Diakonie in Migrationsfragen spiegelt sich in zahlreichen Aufgabenfeldern wieder, wie zum Beispiel in der Fachstelle Interkulturell Evangelisch, bei Mission EineWelt oder in der Aussiedlerseelsorge. Die "Stiftung Welten verbinden" des Diakonischen Werkes Bayern und der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern fördert Projekte, Initiativen und Maßnahmen zur besseren Integration von Migranten und Migrantinnen.

Die ELKB unterstützt als Mitglied der Härtefallkommission im Bayerischen Innenministerium gemeinsam mit der katholischen Kirche, den Wohlfahrtsverbänden und kommunalen Spitzenverbänden Ausreisepflichtige bei ihrem Bemühen um eine Aufenthaltserlaubnis. Wenn trotz Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten die Abschiebung eines Geflüchteten bevorsteht, die ihn der Gefahr für Leib und Leben aussetzen würde, kann im Einzelfall die Gewährung von Kirchenasyl als ultima ratio dienen, um die Behörden um erneute Prüfung der Asylgründe zu bitten. Der Berater und Ansprechpartner für Kirchenasyl der ELKB, Diakon Thomas Schmitt, prüft gemeinsam mit den Haupt- und Ehrenamtlichen der jeweiligen Kirchengemeinde, ob ein besonderer humanitärer Härtefall vorliegt.

Die Migrationskonzeption der ELKB

 

Cover des Buches Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern: Migration und Flucht

Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

Migration und Flucht

Die Kirche von heute und von morgen ist eine Kirche, die sich ihrer Vielfalt bewusst ist. Die Konzeption "Migration und Flucht" skizziert den Rahmen, innerhalb dessen im Raum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zu einem begründeten Urteil gefunden werden kann, wenn Migrationsfragen diskutiert werden und Entscheidungen getroffen werden müssen.

 

Die Landessynode verabschiedete im Frühjahr 2022 die Konzeption der ELKB „Migration und Flucht“, die in einer Bestandsaufnahme das vielfältige Engagement von ELKB und Diakonie im Arbeitsfeld Migration in komprimierter Form bündelt. Das Zentrum der Konzeption bildet die theologische Grundlegung, die nach den Wesenszügen Gottes und den daraus folgenden Implikationen für christliches Handeln in der Migrationswirklichkeit fragt. Und schließlich werden die Beobachtungen der Bestandsaufnahme mit den Gottesbildern zusammengebracht. Daraus ergeben sich Handlungsräume, die jeweils konkret und als Konsequenz benannt werden. Es geht um einen neuen Blick auf die Sprache und Sprachen in der Kirche. Es geht um Veränderungen bei der Präsenz und Repräsentanz von Menschen mit freiwilliger und unfreiwilliger Migrationserfahrung in der kirchlichen Ausbildung. Und es geht um eine angemessen ausgeübte, bei allen Beteiligten von wachsender interkultureller Kompetenz geprägte Anwaltschaft. Die großen Begriffe, die hier anklingen, finden ihre Entsprechung in Konkretionen, die in der Konzeption deutlich benannt werden.

01.09.2022
Claudia Dunckern

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Claudia Dunckern

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