Gerechte Welt

Füreinander einstehen in Europa

Eröffnungsgottesdienst „Füreinander Einstehen in Europa“ am Sonntag Reminiscere, 28. Februar 2021 um 10 Uhr

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2021 steht, gemeinsam mit dem Partnerland Slowenien, die Bekämpfung des Klimawandels im Mittelpunkt der Fastenaktion.

Bild: ELKB

Noch einmal in voller Länge zum Nachschauen: Der Eröffnungsgottesdienst der Fastenaktion vom 28. Februar 2021 aus St. Stephan in Würzburg.

Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern eröffnete ihre Fastenaktion 2021 „Füreinander einstehen in Europa“ unter dem Motto „Die Welt für Morgen erhalten: Schöpfung bewahren“. Ziel der Fastenaktion ist, gemeinsam in europäischer Solidarität, Umweltprojekte und Initiativen zur Förderung der Nachhaltigkeit in Osteuropa zu unterstützen.

Der festliche Eröffnungsgottesdienst der Fastenaktion aus St. Stephan in Würzburg mit Dekan Wenrich Slenczka, Oberkirchenrat Michael Martin und Kirchenmusikdirektor Christian Heidecker wurde am 28. Februar übertragen. In seiner Predigt zur Eröffnung der Fastenaktion in Würzburg stellte Oberkirchenrat Michael Martin die Kernidee der Aktion in den Mittelpunkt: „Die Fastenaktion hat das Ziel, dass wir uns in Europa – auch als Kirchen – dabei gegenseitig helfen, auf die Herausforderungen unserer Zeit zu antworten.

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Denn die Zeiten sind dafür ja nicht ganz einfach im Moment: Die enormen Lohnunterschiede führen zu Fachkräfteabwanderung von Ost nach West, die Unterschiede in der Flüchtlingspolitik spalten Europa, nationale Alleingänge in der Außenpolitik destabilisieren es, und vieles mehr macht Europa zu schaffen.“ Als Land, aber auch als Kirche, gehörten wir, so Martin, zu den Profiteuren von Europa. Das müsse uns nachdenklich und demütig denen gegenüber machen, denen es schlechter gehe. Die Gaben der Fastenaktion seien dabei nur ein kleiner Beitrag. Martin: „Das Haus Europa können wir nur gemeinsam bauen, indem wir gemeinsam mit großen und kleinen Ländern, mit Finanzstarken und Schwächeren fragen und zuhören: Wo ist der Grund, auf den wir bauen wollen? Wo ist der Fels, der uns trägt?“

Bischof Mag. Leon Novak von der Evangelischen Kirche in Slowenien zeigte sich sehr dankbar für die gemeinsame Aktion: „Gerade in der Zeit der Pandemie, die von viel Krankheit, Tod, aber auch von blankliegenden Nerven gekennzeichnet wird, ist die Notwendigkeit der Liebe am größten. Wir, die Mitglieder der Evangelisch Kirche in Slowenien, sind dankbar, dass ihr uns an eurer Liebe, durch den gemeinsamen Gottesdienst, die Gebete, und die Fastenopfersammlung teilhaben lasst.“

Eröffnungsgottesdienst zur Fastenaktion „Füreinander Einstehen in Europa“ - die Grußworte

Auch Persönlichkeiten des kirchlichen und kommunalen Lebens habe ihre Grüße überbracht, darunter Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Bischof Franz Jung, Regionalbischöfin Gisela Bornowski, Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Landrat Thomas Eberth, Vorständin der Diakonie Bayern Sandra Schuhmann, der Vorsitzende des Gustav-Adolf-Werks Wolfgang Layh sowie der Ökumenebeauftragte Pfarrer Gerhard Zellfelder.

Der Podcast zur Fastenaktion 2021

Die musikalische Podcastreihe wirft jede Woche einen neuen, inspirierenden Blick auf das Jahresthema der Fastenaktion „Die Welt von morgen erhalten: Schöpfung bewahren“. Dabei geht es um ganz persönliche Zugänge der Autorinnen und Autoren zu je einem Lied aus dem evangelischen Gesangbuch. Zu finden auch unter https://fuereinander-einstehen-in-europa.podigee.io, auf  ITunes, Spotify, Deezer, Amazon und Audible und überall wo’s Podcasts gibt.

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Folge 3 mit Wenrich Slenczka, 11. März 2021

Podcast zur Fastenaktion "füreinander einstehen in Europa" 2021

„Komm, in unsre laute Stadt, Herr, mit deines Schweigens Mitte“ – über unsern Lärm und das Mut machende Schweigen von Jesus beim Verhör spricht Wenrich Slenczka, Dekan aus Würzburg, zur dritten Strophe des Liedes „Komm in unsre stolze Welt“ (EG 428).

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Folge 2 mit Anni Hentschel, 4. März 2021

Podcast zur Fastenaktion "füreinander einstehen in Europa" 2021

Das freudige Staunen im Lied „Himmel, Erde, Luft und Meer“ nimmt Pfarrerin Dr. Anni Hentschel, Direktorin des Schröder-Hauses in Würzburg, zum Anlass, über die Wirkung von Licht im Schatten und Dunkel nachzudenken.

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Folge 1 mit Raphael Quandt, 25.02.2021

Podcast zur Fastenaktion "füreinander einstehen in Europa" 2021

Folge 1: Zum Lied „Damit aus Fremden Freunde werden, kommst du als Mensch in unsre Zeit“ fragt sich Raphael Quandt, Referent für Ökumene und Mittelosteuropa bei der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern: Möchte Gott wirklich heute in unsere Zeit kommen?

Der Podcast zur Fastenaktion

Fastenaktion Podcast,© ELKB

Bild: ELKB

Die musikalische Podcastreihe wirft jede Woche einen neuen, inspirierenden Blick auf das Jahresthema der Fastenaktion „Die Welt von morgen erhalten: Schöpfung bewahren“. Dabei geht es um ganz persönliche Zugänge der Autorinnen und Autoren zu je einem Lied aus dem evangelischen Gesangbuch. Zu finden auch unter https://fuereinander-einstehen-in-europa.podigee.io , auf  ITunes, Spotify, Deezer, Amazon und Audible und überall wo’s Podcasts gibt.

Folge 4 ab Donnerstag 18. März 2021

Folge 5 ab Donnerstag 25. März 2021

Folge 6 ab Donnerstag 1. April 2021

Folge 7 ab Donnerstag 8. April 2021
Die Fastenaktion nimmt jene Themen in den Blick, die Europa gemeinsam bewegen: Klimawandel, Umwelt und Nachhaltigkeit, Fachkräfteabwanderung aus Osteuropa, Friedens- und Versöhnungsprojekte und Altersarmut oder die Herausforderung der Altersarmut. Jahr für Jahr steht eine Partnerkirche im Mittelpunkt. In diesem Jahr steht die Fastenaktion unter dem Motto „Die Welt für morgen erhalten: Schöpfung bewahren!“ und wird gemeinsam mit dem Partnerland Slowenien durchgeführt. Wie wichtig dieses Motto sei, betonte auch Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seinem Grußwort zur Aktion: „Es gibt Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden können. Dazu gehört der Einsatz für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit, wahrscheinlich die größte Menschheitsherausforderung unserer Tage.“
 

„Die Welt für Morgen erhalten: Schöpfung bewahren“

„Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ werden bis heute in Europa aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert. In vielen Ländern Westeuropas entstand seit den 1960er Jahren eine breite Umweltbewegung, die sich für eine ressourcen- und umweltschonendere Lebensweise einsetzte, und zahlreiche konkret im Alltag erlebbare Ergebnisse erreichte, wie zum Beispiel das Verbot von FCKW, verpflichtende Katalysatoren in Autos, Recycling und Mülltrennung. Hinter dem „Eisernen Vorhang“ spielte das Thema „Nachhaltigkeit“ ebenfalls eine große Rolle, allerdings unter anderen Vorzeichen, galt es doch, das Leben in einer vom Mangel an bestimmten Waren und Gütern geprägten Gesellschaft zu meistern: Was heute „upcycling“ heißt, also die Wiederverwendung und Umwandlung von vermeintlichen Abfallprodukten in nützliche Dinge, gab es in Mittelosteuropa jahrzehntelang völlig selbstverständlich und mit großer Kreativität, um rare und darum kostbare Waren des alltäglichen Bedarfs möglichst lange nutzen zu können. Das war weniger getrieben vom Gedanken an den Klimaschutz, wohl aber an den schonenden Umgang mit vorhandenen Ressourcen. In den 1980er und 90er-Jahren allerdings wurde auch in Mittelosteuropa die Zerstörung der Natur und die daraus resultierenden Gefahren für Umwelt und Leben unübersehbar: Tschernobyl, verseuchte Böden in der „dreckigsten Stadt Europas“, Bitterfeld, ungeklärte Abwässer an Schwarzmeer und Adriaküste, und viele weitere Probleme führten die bestehenden Missstände anschaulich vor Augen.

Die Kirchen in Europa sind mit dem Thema „Umweltschutz“ unterschiedlich umgegangen. In (West)deutschland gewann die Umweltbewegung starken Einfluss in der Evangelischen Kirche, die sich fortan intensiv um die Bewahrung der Schöpfung bemühte und dieses Handeln dezidiert theologisch begründete. Heute gibt es klimaschonende Angebote und Prozesse zu Mobilität, Beschaffung, Energiemanagement, aber auch zu Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen und mit dem „Grünen Gockel“ ein Verfahren zur Zertifizierung des Umwelt-Managements in Gemeinden und Dekanaten. Zeitlich parallel wurden in der ehemaligen DDR die Kirchen zu einem Dach der entstehenden Umweltbewegungen, indem sie auf die zunehmende Naturzerstörung und Gefahren durch Kernenergie hinwiesen und sie Bewahrung der Schöpfung zu einer zentralen kirchlichen Aufgabe machten2. So überrascht es nicht, dass aus evangelischen Kreisen hierzulande auf die Klimaschutzbewegung „Fridays for future“ äußerst positiv reagiert wurde. Sprach man in Mittelosteuropa 2019, also zu Hochzeiten der Bewegung, Kirchenvertreter in Mittelosteuropa auf das Phänomen an, war dieses dort weitgehend unbekannt. Allgemein gilt Klimaschutz heute in der europäischen Ökumene als wichtiges, aber eher „westlich besetztes“ Thema, während in Mittelosteuropa andere Herausforderungen stärker im Fokus stehen: Evangelische Identität in der absoluten Minderheitssituation der Diaspora, Armutsbekämpfung, Maßnahmen gegen Abwanderung von Gemeindegliedern und Fachkräften in den Westen, Ehe und Familie und vieles mehr.

Zur Person

Münzen und Pflanzen, Bild: © pixabay/nattanan23

Ihre Spende

Spenden können Sie auch direkt bei Ihrem Pfarramt abgeben oder auf das Spendenkonto der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern überweisen :
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Das Partnerland Slowenien

Das Land Slowenien hat früher als andere Länder Mittelosteuropas entdeckt, dass Natur- und Artenschutz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sein können. Heute steht ca. 1/3 des Landes unter Naturschutz und ein langsamer, nachhaltiger Tourismus ist zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden, der viele Arbeitsplätze sichert. So wächst ein neues Bewusstsein für Nachhaltigkeit – auch in ganz Mittelosteuropa, da Slowenien ein beliebtes Urlaubsland der ganzen Region ist. Die Evangelische Kirche A.B. in der Republik Slowenien (Evangeličanska cerkev A.V. v Republiki Sloveniji) hat rund 10.000 Kirchenmitglieder in 14 Gemeinden. Fünf Pfarrerinnen, sieben Pfarrer und ein Vikar feiern mit den slowenischen Christinnen und Christen Gottesdienste und verantworten die gemeindliche Arbeit. Gottesdienste, Unterricht, Diakonie, Jugend-, Frauen- und Pressearbeit weisen einen volkskirchlichen Charakter auf. Der räumliche Schwerpunkt der Gemeinden liegt traditionell im östlichen Teil Sloweniens. Die Kirche ist Mitglied des Lutherischen Weltbundes und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Mit den Spendengeldern der Fastenaktion soll ein Kirchenzentrum in Murska Sobota saniert werden, wobei ein besonderes Augenmerk auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gelegt wird. Gleichzeitig spielt das zentrale Gebäude eine wichtige Rolle in der Kirchen- und Gemeindeentwicklung, ist es doch Begegnungs- und Tagungszentrum ebenso wie Ort von Diakonie, Seelsorge und Erwachsenenbildung. Dabei stellt die Evangelische Kirche in Slowenien ganz bewusst in den Mittelpunkt, dass die Sanierung Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz zentral berücksichtigen solle. Bischof Leon Novak: „Das Gebäude wurde 1969 erbaut und seitdem nicht mehr gründlich saniert, da man immer den kleinen Gemeinden und anderen Hilfsprojekten den Vorrang gegeben hat. Um das Objekt nachhaltig verwalten zu können und um die Energiekosten zu senken, ist eine energetische Sanierung des Gebäudes notwendig.“

Fastenaktion füreinander einstehen in Europa

Die bayernweite Aktion wird in Kooperation mit den Diasporawerken Gustav-Adolf-Werk und Martin-Luther-Verein, sowie dem Diakonischen Werk Bayern getragen. Dank aller Gaben, Kollekten und Spenden leistet die Fastenaktion Jahr für Jahr einen Beitrag zum besseren Miteinander in Europa. Die jährliche Fastenaktion will mehr sein, als „nur“ punktuelle Projektunterstützung. Sie ist eingebettet in lebendige Beziehungen zwischen den Kirchen. Im Sinne einer „Brückenbauerin“ kann die Fastenaktion das europäische Miteinander stärken und gemeinsam einen Beitrag zu einem solidarischen Europa leisten.

2018 war es die Evangelisch-Methodistische Kirche in Serbien, die mit Hilfe der Fastenaktion eine Suppenküche aufgebaut und eine Kirche renoviert hat. 2019 baute die Lutherische Kirche in Ungarn ein Zentrum für Menschen mit Behinderung und eine Kirche aus. 2020 wurden in Rumänien Altenheime auf dem Land unterstützt und Impulse gegen Fachkräfteabwanderung gesetzt. Und bei allem steht im Mittelpunkt: Die Fastenaktion baut Brücken zwischen Ländern, zwischen Kirchen – und zwischen Menschen.

Zur Person

füreinander einstehen in Europa Fastenaktion Plakatmotiv 2020, Bild: © njmucc, istockphoto.com

Fastenaktion 2020

Die Fastenaktion der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern widmet sich 2020 dem würdigen Leben im Alter in Osteuropa und unterstützt mit Ihren Spenden die Evangelische Kirche in Rumänien.
Weitere Informationen zu Aktion 2020

Zur Person

füreinander einstehen in Europa Fastenaktion Plakatmotiv 2019, Bild: © ELKB

Fastenaktion 2019

Die bayerische Landeskirche unterstützt mit der Fastenaktion 2019  die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn, die mit verschiedenen Projekten Zeichen des Zusammenhalts setzen möchte.
Weitere Informationen zur Aktion 2019


05.03.2021 / Raphael Quandt/ELKB