Gerechte Welt

Füreinander einstehen in Europa

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2021 steht, gemeinsam mit dem Partnerland Slowenien, die Bekämpfung des Klimawandels im Mittelpunkt der Fastenaktion.

Bild: ELKB

Europäische Herausforderungen brauchen europäische Antworten. Eine davon ist die Fastenaktion „Füreinander einstehen in Europa“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Die Fastenaktion nimmt jene Themen in den Blick, die Europa gemeinsam bewegen: Klimawandel, Umwelt und Nachhaltigkeit, Fachkräfteabwanderung aus Osteuropa, Friedens- und Versöhnungsprojekte und Altersarmut oder die Herausforderung der Altersarmut. Jahr für Jahr steht eine Partnerkirche im Mittelpunkt. In diesem Jahr steht die Fastenaktion unter dem Motto „Die Welt für morgen erhalten: Schöpfung bewahren!“ und wird gemeinsam mit dem Partnerland Slowenien durchgeführt.

Mehr zum Thema

„Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ werden bis heute in Europa aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert. In vielen Ländern Westeuropas entstand seit den 1960er Jahren eine breite Umweltbewegung, die sich für eine ressourcen- und umweltschonendere Lebensweise einsetzte, und zahlreiche konkret im Alltag erlebbare Ergebnisse erreichte, wie zum Beispiel das Verbot von FCKW, verpflichtende Katalysatoren in Autos, Recycling und Mülltrennung. Hinter dem „Eisernen Vorhang“ spielte das Thema „Nachhaltigkeit“ ebenfalls eine große Rolle, allerdings unter anderen Vorzeichen, galt es doch, das Leben in einer vom Mangel an bestimmten Waren und Gütern geprägten Gesellschaft zu meistern: Was heute „upcycling“ heißt, also die Wiederverwendung und Umwandlung von vermeintlichen Abfallprodukten in nützliche Dinge, gab es in Mittelosteuropa jahrzehntelang völlig selbstverständlich und mit großer Kreativität, um rare und darum kostbare Waren des alltäglichen Bedarfs möglichst lange nutzen zu können. Das war weniger getrieben vom Gedanken an den Klimaschutz, wohl aber an den schonenden Umgang mit vorhandenen Ressourcen. In den 1980er und 90er-Jahren allerdings wurde auch in Mittelosteuropa die Zerstörung der Natur und die daraus resultierenden Gefahren für Umwelt und Leben unübersehbar: Tschernobyl, verseuchte Böden in der „dreckigsten Stadt Europas“, Bitterfeld, ungeklärte Abwässer an Schwarzmeer und Adriaküste, und viele weitere Probleme führten die bestehenden Missstände anschaulich vor Augen.

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Erstmals können Sie 2021 auch kostenlos digital spenden  per Handyrechnung (bis 5 Euro), SEPA-Einzug, Banküberweisung, Paypal, KLARNA-Sofortüberweisung auf der ELKB-Plattform "Sonntagskollekte"

Die Kirchen in Europa sind mit dem Thema „Umweltschutz“ unterschiedlich umgegangen. In (West)deutschland gewann die Umweltbewegung starken Einfluss in der Evangelischen Kirche, die sich fortan intensiv um die Bewahrung der Schöpfung bemühte und dieses Handeln dezidiert theologisch begründete. Heute gibt es klimaschonende Angebote und Prozesse zu Mobilität, Beschaffung, Energiemanagement, aber auch zu Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen und mit dem „Grünen Gockel“ ein Verfahren zur Zertifizierung des Umwelt-Managements in Gemeinden und Dekanaten. Zeitlich parallel wurden in der ehemaligen DDR die Kirchen zu einem Dach der entstehenden Umweltbewegungen, indem sie auf die zunehmende Naturzerstörung und Gefahren durch Kernenergie hinwiesen und sie Bewahrung der Schöpfung zu einer zentralen kirchlichen Aufgabe machten2. So überrascht es nicht, dass aus evangelischen Kreisen hierzulande auf die Klimaschutzbewegung „Fridays for future“ äußerst positiv reagiert wurde. Sprach man in Mittelosteuropa 2019, also zu Hochzeiten der Bewegung, Kirchenvertreter in Mittelosteuropa auf das Phänomen an, war dieses dort weitgehend unbekannt. Allgemein gilt Klimaschutz heute in der europäischen Ökumene als wichtiges, aber eher „westlich besetztes“ Thema, während in Mittelosteuropa andere Herausforderungen stärker im Fokus stehen: Evangelische Identität in der absoluten Minderheitssituation der Diaspora, Armutsbekämpfung, Maßnahmen gegen Abwanderung von Gemeindegliedern und Fachkräften in den Westen, Ehe und Familie und vieles mehr.

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Münzen und Pflanzen, Bild: © pixabay/nattanan23

Ihre Spende

Spenden können Sie auch direkt bei Ihrem Pfarramt abgeben oder auf das Spendenkonto der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern überweisen :
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Das Partnerland Slowenien

Das Land Slowenien hat früher als andere Länder Mittelosteuropas entdeckt, dass Natur- und Artenschutz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sein können. Heute steht ca. 1/3 des Landes unter Naturschutz und ein langsamer, nachhaltiger Tourismus ist zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden, der viele Arbeitsplätze sichert. So wächst ein neues Bewusstsein für Nachhaltigkeit – auch in ganz Mittelosteuropa, da Slowenien ein beliebtes Urlaubsland der ganzen Region ist. Die Evangelische Kirche A.B. in der Republik Slowenien (Evangeličanska cerkev A.V. v Republiki Sloveniji) hat rund 10.000 Kirchenmitglieder in 14 Gemeinden. Fünf Pfarrerinnen, sieben Pfarrer und ein Vikar feiern mit den slowenischen Christinnen und Christen Gottesdienste und verantworten die gemeindliche Arbeit. Gottesdienste, Unterricht, Diakonie, Jugend-, Frauen- und Pressearbeit weisen einen volkskirchlichen Charakter auf. Der räumliche Schwerpunkt der Gemeinden liegt traditionell im östlichen Teil Sloweniens. Die Kirche ist Mitglied des Lutherischen Weltbundes und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Mit den Spendengeldern der Fastenaktion soll ein Kirchenzentrum saniert werden, wobei ein besonderes Augenmerk auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gelegt wird. Gleichzeitig spielt das zentrale Gebäude eine wichtige Rolle in der Kirchen- und Gemeindeentwicklung, ist es doch Begegnungs- und Tagungszentrum ebenso wie Ort von Diakonie, Seelsorge und Erwachsenenbildung. Dabei stellt die Evangelische Kirche in Slowenien ganz bewusst in den Mittelpunkt, dass die Sanierung Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz zentral berücksichtigen solle. Bischof Leon Novak: „Das Gebäude wurde 1969 erbaut und seitdem nicht mehr gründlich saniert, da man immer den kleinen Gemeinden und anderen Hilfsprojekten den Vorrang gegeben hat. Um das Objekt nachhaltig verwalten zu können und um die Energiekosten zu senken, ist eine energetische Sanierung des Gebäudes notwendig.“

Eröffnung der Fastenaktion 2021 in Würzburg

Es ist zur Tradition geworden, die Fastenaktion mit einem großen Begegnungswochenende zu eröffnen. Ob und wie dies 2021 möglich sein wird, muss sich - angesichts der Corona-Situation - noch zeigen. Ob mit Gästen oder ohne, ob präsentisch oder im digitalen Raum: Herzliche Einladung zur festlichen Eröffnung der Fastenaktion vom 26. bis 28. Februar 2021 in Würzburg.

 

Fastenaktion füreinander einstehen in Europa

Die bayernweite Aktion wird in Kooperation mit den Diasporawerken Gustav-Adolf-Werk und Martin-Luther-Verein, sowie dem Diakonischen Werk Bayern getragen. Dank aller Gaben, Kollekten und Spenden leistet die Fastenaktion Jahr für Jahr einen Beitrag zum besseren Miteinander in Europa. Die jährliche Fastenaktion will mehr sein, als „nur“ punktuelle Projektunterstützung. Sie ist eingebettet in lebendige Beziehungen zwischen den Kirchen. Im Sinne einer „Brückenbauerin“ kann die Fastenaktion das europäische Miteinander stärken und gemeinsam einen Beitrag zu einem solidarischen Europa leisten.

2018 war es die Evangelisch-Methodistische Kirche in Serbien, die mit Hilfe der Fastenaktion eine Suppenküche aufgebaut und eine Kirche renoviert hat. 2019 baute die Lutherische Kirche in Ungarn ein Zentrum für Menschen mit Behinderung und eine Kirche aus. 2020 wurden in Rumänien Altenheime auf dem Land unterstützt und Impulse gegen Fachkräfteabwanderung gesetzt. Und bei allem steht im Mittelpunkt: Die Fastenaktion baut Brücken zwischen Ländern, zwischen Kirchen – und zwischen Menschen.

Zur Person

füreinander einstehen in Europa Fastenaktion Plakatmotiv 2020, Bild: © njmucc, istockphoto.com

Fastenaktion 2020

Die Fastenaktion der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern widmet sich 2020 dem würdigen Leben im Alter in Osteuropa und unterstützt mit Ihren Spenden die Evangelische Kirche in Rumänien.
Weitere Informationen zu Aktion 2020

Zur Person

füreinander einstehen in Europa Fastenaktion Plakatmotiv 2019, Bild: © ELKB

Fastenaktion 2019

Die bayerische Landeskirche unterstützt mit der Fastenaktion 2019  die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn, die mit verschiedenen Projekten Zeichen des Zusammenhalts setzen möchte.
Weitere Informationen zur Aktion 2019


11.01.2021 / Raphael Quandt/ELKB